GPU-Mining ist 2026 kein Selbstläufer mehr – aber wer die richtige Hardware wählt und seinen Betrieb konsequent optimiert, kann noch immer solide Gewinne einfahren. Zwei Karten dominieren die Diskussion: die NVIDIA GeForce RTX 4090 und die AMD Radeon RX 7950 XTX. Beide verfügen über 24 GB VRAM, beide kosten vierstellige Summen, und beide versprechen Top-Performance. Doch welche lohnt sich wirklich für deinen Mining-Rig?
Lohnt sich GPU-Mining 2026 noch?
Nach dem Bitcoin-Halving im April 2024 hat sich der Markt verändert. Für GPU-Miner ist Bitcoin ohnehin irrelevant – interessanter sind die Altcoins:
Ethereum Classic (ETC): Stabile GPU-Mining-Option mit dem Etchash-Algorithmus. GPU-freundlich, profitiert von Kursanstiegen im Altcoin-Zyklus.
Kaspa (KAS): Starkes Interesse durch den kHeavyHash-Algorithmus auf Basis des GhostDAG-Protokolls. Mining-Difficulty hat sich stabilisiert, was Planbarkeit ermöglicht.
Ravencoin (RVN): Zugänglich für Einsteiger mit dem KAWPOW-Algorithmus. Besonders lohnend bei günstigem Strom.
Fazit: GPU-Mining lohnt sich 2026 – aber nur mit der richtigen Karte, sauberer Konfiguration und Stromkosten unter 0,25–0,30 €/kWh. Wer mehr zahlt, sollte die Kombination mit einer PV-Anlage prüfen (Details in unserem Solar-Mining-Artikel).
Technische Daten im Vergleich
RTX 4090 (Ada Lovelace)
- 16.384 CUDA-Cores, 384-Bit-Interface
- 24 GB GDDR6X, 21 Gbps, 1.008 GB/s Bandbreite
- TDP: 450 W (real unter Mining-Last: 380–420 W ohne Optimierung)
- Straßenpreis 2026: ~1.700–1.900 €
RX 7950 XTX (RDNA 3 / Navi 31)
- 6.144 Shadereinheiten, 384-Bit-Interface
- 24 GB GDDR6, 960 GB/s Bandbreite
- TDP: 355 W (real unter Mining-Last: 280–320 W ohne Optimierung)
- Straßenpreis 2026: ~1.100–1.300 €
Der Preisunterschied von ~600 € ist erheblich und spielt in der Rentabilitätsrechnung eine zentrale Rolle.
Mining-Benchmarks 2026
Ethereum Classic (Etchash)
- RTX 4090: ~200 MH/s bei ~280 W (nach Undervolting) → 0,71 MH/s/W
- RX 7950 XTX: ~165 MH/s bei ~220 W → 0,75 MH/s/W
- Effizienz-Sieger: RX 7950 XTX
Kaspa (kHeavyHash)
- RTX 4090: ~1,2 TH/s bei ~320 W → 3,75 GH/s/W
- RX 7950 XTX: ~0,95 TH/s bei ~250 W → 3,80 GH/s/W
- Effizienz-Sieger: RX 7950 XTX (knapp)
Ravencoin (KAWPOW)
- RTX 4090: ~62 MH/s bei ~260 W → 0,24 MH/s/W
- RX 7950 XTX: ~58 MH/s bei ~200 W → 0,29 MH/s/W
- Effizienz-Sieger: RX 7950 XTX (deutlich)
Gesamtfazit der Benchmarks: Die RTX 4090 liefert die höchste absolute Hashrate bei allen drei Algorithmen. Die RX 7950 XTX gewinnt bei allen drei den Effizienz-Vergleich (MH/s pro Watt). Bei Ravencoin ist der Unterschied besonders deutlich.
Break-Even-Analyse
RTX 4090 bei Kaspa-Mining
Kaufpreis: ~1.800 €. Stromverbrauch: ~7,68 kWh/Tag (320 W × 24h). Stromkosten bei 0,25 €/kWh: ~1,92 €/Tag. Täglicher Mining-Ertrag (nach aktuellem KAS-Kurs und Difficulty): ~3,70–4,20 €. Tagesgewinn netto: ~1,80–2,20 €. Break-Even: ~900 Tage (2,5 Jahre).
RX 7950 XTX bei Kaspa-Mining
Kaufpreis: ~1.200 €. Stromverbrauch: ~6,0 kWh/Tag (250 W × 24h). Stromkosten: ~1,50 €/Tag. Täglicher Ertrag: ~3,00–3,40 €. Tagesgewinn netto: ~1,50–1,90 €. Break-Even: ~706 Tage (knapp 2 Jahre).
Die RX 7950 XTX amortisiert sich ~200 Tage schneller – der niedrigere Kaufpreis und Stromverbrauch machen den Unterschied. Diese Zahlen sind Momentaufnahmen (Kurs und Difficulty ändern sich), aber die Tendenz ist eindeutig.
Strompreis als entscheidender Faktor
Bei 0,35 €/kWh (typisch in Deutschland ohne PV) schrumpft der Tagesgewinn beider Karten auf ~1,00–1,50 €, und der Break-Even verschiebt sich auf 3+ Jahre. Bei 0,10 €/kWh (mit PV-Eigenverbrauch oder günstigen Nachttarifen) verkürzt er sich auf unter 1 Jahr. Dein Strompreis ist der wichtigste Faktor – wichtiger als die GPU-Wahl.
Treiber, Software und Undervolting
Mining-Software
RTX 4090: T-Rex Miner – exzellente NVIDIA-Optimierungen, besonders stark bei Etchash und kHeavyHash. Alternative: lolMiner für Multi-Algorithmen-Mining.
RX 7950 XTX: TeamRedMiner (TRM) – auf RDNA-3 optimiert, automatisches Tuning für Speichertakt und Core-Voltage. Erste Wahl für AMD-Karten.
Für das Rig-Management: HiveOS als Betriebssystem (Remote-Steuerung, Monitoring, automatisches Reboot bei Absturz) oder minerstat als Alternative.
Undervolting: Pflicht, kein Optional
RTX 4090 (MSI Afterburner):
- Power Limit: 70–75 %
- Core Clock: -200 bis -300 MHz
- Memory Clock: +500 bis +1000 MHz
- Ergebnis: 280–300 W statt 420 W, Hashrate nahezu unverändert
RX 7950 XTX (AMD Wattman / MorePowerTool):
- GPU-Spannung: 850–900 mV
- Speichertakt: +50 bis +100 MHz schrittweise
- Ergebnis: 200–220 W statt 320 W, Hashrate nahezu unverändert
Wichtig: Stabilität immer über mindestens 24 Stunden testen, bevor du Einstellungen als dauerhaft festlegst. Ein instabiles Undervolting kostet dich mehr durch Abstürze und verlorene Mining-Zeit als der gesparte Strom wert ist.
Fazit: Welche GPU ist die bessere Wahl?
RTX 4090: Höchste absolute Hashrate. Sinnvoll, wenn du maximale Rechenleistung in einem einzigen Slot willst und den Mehrpreis (+600 €) sowie den höheren Stromverbrauch einkalkulieren kannst. Bei einem großen Rig mit vielen Karten summiert sich der Effizienznachteil allerdings erheblich.
RX 7950 XTX: Die klügere Wahl für die meisten Miner. Sie kostet weniger, verbraucht weniger Strom, amortisiert sich ~200 Tage schneller und liefert bei allen getesteten Algorithmen die bessere Effizienz (MH/s pro Watt). Besonders vorteilhaft bei Strompreisen über 0,20 €/kWh oder wenn du mehrere Karten betreibst.
Kaufempfehlung
Budget unter 1.300 € oder Multi-GPU-Farm: → RX 7950 XTX. Schnellere Amortisation, bessere Effizienz, niedrigere Betriebskosten.
Einzelne Hochleistungs-GPU, Budget über 1.700 €: → RTX 4090. Maximale Hashrate, Dual-Use als Gaming-Karte nach dem Mining möglich (höherer Wiederverkaufswert).
In beiden Fällen: Undervolting ist Pflicht, die richtige Mining-Software entscheidet über die Effizienz, und dein Strompreis ist der wichtigste Faktor für die Rentabilität. Bei Stromkosten über 0,30 €/kWh ohne PV-Anlage: Rechne sehr genau nach, bevor du investierst.
Hinweis: Mining-Erträge schwanken mit Coin-Kursen und Difficulty-Werten. Die genannten Zahlen sind Richtwerte auf Basis aktueller Marktdaten (Stand Frühjahr 2026) und keine Renditegarantie.
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